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Hödlmoser gewinnt auf Höllenstrecke in Bad Goisern
Thomas Hödlmoser hat trotz heftiger Regenfälle das »Höllenrennen«
auf der 205 Kilometer langen Strecke gewonnen. Zweiter wurde der Berliner
Henrik Scharf.
Es
war sein großer Tag. Mit einem triumphalen Vorsprung von 25 Minuten
gewann der Österreicher Thomas Hödlmoser (Team www.bikestation-salinenimmobilien.com)
aus Bad Ischl heute die 203-Kilometer-Distanz der Salzkammergut Trophy,
die mit knapp 7300 Höhenmetern der härteste Marathon Europas
ist. Bereits am Start um fünf Uhr morgens sagte der Oberösterreicher,
dass er sich gut fühle und dass nach dem etwas enttäuschenden
vierten Platz im letzten Jahr sein erklärtes Ziel sei, heute unter
die Top-3 zu fahren.
Und dieses Ziel setzte er dann gleich vom Start weg in die Tat um. Bereits
bei der ersten Ortsdurchfahrt um 6.20 Uhr hatte er einen Vorsprung von
drei Minuten herausgefahren. Doch dann fing er sich einen Platten ein
und verlor den hart erarbeiteten Zeitbonus wieder. Der Tscheche Jan
Martin (MTB Club Hudy Sport) nutzte die Gunst der Stunde und zog an
Hödlmoser vorbei. Rund vierzig Sekunden Vorsprung konnte er zwischenzeitlich
rausholen, bis Hödlmoser schließlich anzog und wieder zu
ihm aufschloss.
»Wir haben uns dann entschieden, so lange es geht, zusammen zu
bleiben«, sagte Hödlmoser im Ziel. »Wenn man zu zweit
fährt ist man einfach stärker. Doch nach der ersten Runde
meinte Jan, dass wir ein verdammt hohes Tempo fahren. Ehrlich gesagt,
dachte ich das auch, aber das habe ich nicht zugegeben«, grinste
er. »Irgendwann mussten wir dann eine ganze Reihe von Fahrern
der 101-Kilometer-Distanz überholen, und da haben wir uns dann
verloren.«
Und Hödlmoser musste sich alleine durch die widrigen Witterungsbedingungen
und die völlig verschlammte Strecke kämpfen. »Zwischenzeitlich
konnte ich gar nicht mehr bremsen, weil ich meine Hände vor lauter
Kälte nicht mehr gespürt habe. Ich hatte noch nicht mal eine
Regenjacke dabei! Die habe ich erst später von einem Supportmann
bekommen.« Der 28-Jährige, der nach genau 10 Stunden, 58
Minuten und 41,31 Sekunden im Ziel ankam, war überglücklich.
»Das ist mein bisher größter Erfolg. In den letzten
beiden Jahren habe ich immer Pech gehabt. Aber irgendwann musste das
Glück ja mal zu mir kommen. Und heute hat einfach alles gepasst.
Es war ein irres Gefühl, so von den Zuschauern angefeuert zu werden.
Da ist man als Einheimischer wirklich im Vorteil.«
Sein bisher bestes Rennen fuhr auch der Zweitplatzierte über die
Extremdistanz, Henrik Scharf aus Berlin, der die 203 Kilometer in 11:23:50.37
zurücklegte. »Das war heute eine sensationelle Leistung von
Thomas. Ich habe nur gehört, dass er weit vorne ist, aber ein Vorsprung
von 25 Minuten ist enorm.« Der Deutsche, der als Lufttransportbegleiter
bei der Bundeswehr arbeitet und seinen ganzen Urlaub und sein ganzes
Geld in Trainingslager investiert, hatte bereits beim Aufstehen das
Gefühl, dass es ein guter Tag werden könnte.
»Die erste Runde lief super«, sagte Scharf. »Ich bin
in den langen Anstiegen sehr gut klar gekommen. Ich bin schon das vierte
oder fünfte Mal in Bad Goisern. Das ist jedes Jahr mein Saisonhöhepunkt.
Aber dieses Rennen war das härteste, das ich je gemacht habe.«
Deshalb konzentrierte sich der 34jährige nur auf sich selbst und
auf seinen Puls und war ganz überrascht, als er auf einmal merkte,
dass er ganz vorne mitfuhr. »Jetzt kann kommen was will, von diesem
Erfolg werde ich lange zehren«, freute er sich im Ziel.
Dritter auf der Extremrunde wurde der Österreicher und Teamkollege
von Thomas Hödlmoser, Adolf Wakonig, in einer Zeit von 11:33:14.78.
Mit weiteren sieben Minuten Abstand kam als unglücklicher Vierter
der Sieger des Jahres 2002, der Hamburger Stevens-Jeantex-Fahrer Stefan
Danowski, ins Ziel: »Ein vierter Platz ist immer ein unglückliches
Ergebnis«, meinte er. »Aber die haben heute da vorne ein
Tempo gemacht, das konnte ich einfach nicht mitgehen.« Dano war
zwar darüber informiert, dass ein Trio vor ihm lag, war aber im
Ziel noch der Meinung, dass der Tscheche Jan Martin dazugehörte.
»Wo ist denn der dann abgeblieben?« wunderte sich nicht
nur er. »Jedenfalls hat es mich da draußen gefroren, nachdem
der Regen eingesetzt hatte, wie noch nie zuvor in meiner Laufbahn. Ich
habe nicht einmal mehr schalten und bremsen können. Ich bin tatsächlich
mit klappernden Zähnen die Abfahrtern heruntergekommen. So etwas
habe ich noch nie erlebt.«
Etwa gegen 11.00 Uhr begann erst gemächlich, dann immer stärker
zu regnen, und schließlich goss es wie aus Kübeln. Erst zum
Zieleinlauf der »Extrem«-Herren hörte der Regen auf,
und nur kurze Zeit später kam sogar die Sonne durch. Der durch
häufige Regenfälle in den vergangenen zwei Wochen eh schon
aufgeweichten Strecke tat dies vor allem in den Abfahrten nicht gut.
Dort ist der Schlamm teilweise mehr als knöcheltief. Selbst durch
Schieben kann man sein Bike nicht mehr sauber genug halten.
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