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Salzkammergut MTB Trophy 2004

Thomas Hödlmoser gewinnt auf Höllenstrecke in Bad Goisern

Thomas Hödlmoser hat trotz heftiger Regenfälle das »Höllenrennen« auf der 205 Kilometer langen Strecke gewonnen. Zweiter wurde der Berliner Henrik Scharf.


Es war sein großer Tag. Mit einem triumphalen Vorsprung von 25 Minuten gewann der Österreicher Thomas Hödlmoser (Team www.bikestation-salinenimmobilien.com) aus Bad Ischl heute die 203-Kilometer-Distanz der Salzkammergut Trophy, die mit knapp 7300 Höhenmetern der härteste Marathon Europas ist. Bereits am Start um fünf Uhr morgens sagte der Oberösterreicher, dass er sich gut fühle und dass nach dem etwas enttäuschenden vierten Platz im letzten Jahr sein erklärtes Ziel sei, heute unter die Top-3 zu fahren.

Und dieses Ziel setzte er dann gleich vom Start weg in die Tat um. Bereits bei der ersten Ortsdurchfahrt um 6.20 Uhr hatte er einen Vorsprung von drei Minuten herausgefahren. Doch dann fing er sich einen Platten ein und verlor den hart erarbeiteten Zeitbonus wieder. Der Tscheche Jan Martin (MTB Club Hudy Sport) nutzte die Gunst der Stunde und zog an Hödlmoser vorbei. Rund vierzig Sekunden Vorsprung konnte er zwischenzeitlich rausholen, bis Hödlmoser schließlich anzog und wieder zu ihm aufschloss.
»Wir haben uns dann entschieden, so lange es geht, zusammen zu bleiben«, sagte Hödlmoser im Ziel. »Wenn man zu zweit fährt ist man einfach stärker. Doch nach der ersten Runde meinte Jan, dass wir ein verdammt hohes Tempo fahren. Ehrlich gesagt, dachte ich das auch, aber das habe ich nicht zugegeben«, grinste er. »Irgendwann mussten wir dann eine ganze Reihe von Fahrern der 101-Kilometer-Distanz überholen, und da haben wir uns dann verloren.«

Und Hödlmoser musste sich alleine durch die widrigen Witterungsbedingungen und die völlig verschlammte Strecke kämpfen. »Zwischenzeitlich konnte ich gar nicht mehr bremsen, weil ich meine Hände vor lauter Kälte nicht mehr gespürt habe. Ich hatte noch nicht mal eine Regenjacke dabei! Die habe ich erst später von einem Supportmann bekommen.« Der 28-Jährige, der nach genau 10 Stunden, 58 Minuten und 41,31 Sekunden im Ziel ankam, war überglücklich. »Das ist mein bisher größter Erfolg. In den letzten beiden Jahren habe ich immer Pech gehabt. Aber irgendwann musste das Glück ja mal zu mir kommen. Und heute hat einfach alles gepasst. Es war ein irres Gefühl, so von den Zuschauern angefeuert zu werden. Da ist man als Einheimischer wirklich im Vorteil.«

Sein bisher bestes Rennen fuhr auch der Zweitplatzierte über die Extremdistanz, Henrik Scharf aus Berlin, der die 203 Kilometer in 11:23:50.37 zurücklegte. »Das war heute eine sensationelle Leistung von Thomas. Ich habe nur gehört, dass er weit vorne ist, aber ein Vorsprung von 25 Minuten ist enorm.« Der Deutsche, der als Lufttransportbegleiter bei der Bundeswehr arbeitet und seinen ganzen Urlaub und sein ganzes Geld in Trainingslager investiert, hatte bereits beim Aufstehen das Gefühl, dass es ein guter Tag werden könnte.
»Die erste Runde lief super«, sagte Scharf. »Ich bin in den langen Anstiegen sehr gut klar gekommen. Ich bin schon das vierte oder fünfte Mal in Bad Goisern. Das ist jedes Jahr mein Saisonhöhepunkt. Aber dieses Rennen war das härteste, das ich je gemacht habe.« Deshalb konzentrierte sich der 34jährige nur auf sich selbst und auf seinen Puls und war ganz überrascht, als er auf einmal merkte, dass er ganz vorne mitfuhr. »Jetzt kann kommen was will, von diesem Erfolg werde ich lange zehren«, freute er sich im Ziel.

Dritter auf der Extremrunde wurde der Österreicher und Teamkollege von Thomas Hödlmoser, Adolf Wakonig, in einer Zeit von 11:33:14.78.

Mit weiteren sieben Minuten Abstand kam als unglücklicher Vierter der Sieger des Jahres 2002, der Hamburger Stevens-Jeantex-Fahrer Stefan Danowski, ins Ziel: »Ein vierter Platz ist immer ein unglückliches Ergebnis«, meinte er. »Aber die haben heute da vorne ein Tempo gemacht, das konnte ich einfach nicht mitgehen.« Dano war zwar darüber informiert, dass ein Trio vor ihm lag, war aber im Ziel noch der Meinung, dass der Tscheche Jan Martin dazugehörte. »Wo ist denn der dann abgeblieben?« wunderte sich nicht nur er. »Jedenfalls hat es mich da draußen gefroren, nachdem der Regen eingesetzt hatte, wie noch nie zuvor in meiner Laufbahn. Ich habe nicht einmal mehr schalten und bremsen können. Ich bin tatsächlich mit klappernden Zähnen die Abfahrtern heruntergekommen. So etwas habe ich noch nie erlebt.«

Etwa gegen 11.00 Uhr begann erst gemächlich, dann immer stärker zu regnen, und schließlich goss es wie aus Kübeln. Erst zum Zieleinlauf der »Extrem«-Herren hörte der Regen auf, und nur kurze Zeit später kam sogar die Sonne durch. Der durch häufige Regenfälle in den vergangenen zwei Wochen eh schon aufgeweichten Strecke tat dies vor allem in den Abfahrten nicht gut. Dort ist der Schlamm teilweise mehr als knöcheltief. Selbst durch Schieben kann man sein Bike nicht mehr sauber genug halten.


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